
WAZ Dortmund 19.04.2007
Der große Auftritt
Heute haben die vier Musikerinnen von „Pristine“ das bislang wichtigste Konzert ihrer Karriere: In Berlin spielen die 25-Jährigen um einen Auftritt bei „Rock am Ring“
Heut um halb elf trifft sich Maren mit zwei ihrer Bandkolleginnen am Proberaum in der Gneisenaustraße. Der Band-Bus, der eigentlich dem Vater von Bassistin Rebecca gehört, muss beladen werden. Dann muss Schlagzeugerin Jules von der Arbeit abgeholt werden. Und schließlich geht es Richtung Berlin.
Dort haben „Pristine“ den vielleicht wichtigsten Auftritt der achtjährigen Bandkarriere: Um 23 Uhr werden sie in der Disco Magnet um die Gunst der Jury spielen, der auch die Deutschband „Klee“ angehört. Die vier Mädels von „Pristine“ haben es nämlich beim „Bit Music Contest“ bis in die Endrunde geschafft. Drei Bands spielen an verschiedenen Tagen in verschiedenen Städten. Dem Gewinner winkt ein Auftritt bei „Rock am Ring“.
Als die Band 1999 von Maren und Rebecca gegründet wurde, dachte wohl noch niemand an große Konzerte. „Alle Jungs im Freundeskreis Bands“, erinnert sich Maren. „Wir wollten bei deren Auftritten nicht einfach nur daneben stehen.“ So entwickelte sich „Pristine“ – was übrigens „tadellos“ auf deutsch heißt – zunächst als Garagenband mit Punksound à la „Grenn Day“ und „The Offspring“. Heute sind die Punkeinflüsse nur noch in der Musik zu erkennen. Auf der Bühne achten die Mädels auf tadelloses Outfit: Cocktailkleidchen sind Pflicht.
Die aktuelle Single, mit der sich die Gruppe auch dem Wettbewerb beworben hat, heißt „Daddy Told Me“. „Das Lied handelt davon, dass man das tun soll, was das Herz einem sagt, auch wenn alles dagegen spricht“, erklärt die 25-jährige Maren, die eine Doktorarbeit zum Thema Popliteratur schreibt. Der Song erzählt auch die Geschichte der Band. „Unsere Eltern waren früher dagegen.“
Trotzdem haben die Mädchen alles dafür getan, um ihrem Traum wahr zu machen und auch Rückschläge dafür in Kauf genommen. Seit drei Jahren haben sie mit Sängerin Jihni eine engergiegeladene Frontfrau. „Sie fegt wir ein Wirbelwind über die Bühne“, sagt Maren über die Koreanerin, die eigentlich Jihn-Yang heißt. Ihre Stimme trägt auch das neue Album „Hands up! Hands Up!“. Die 13 Titel der CD wurden bereits im vergangenen Jahr aufgenommen – die Scheibe erscheint aber erst am 27. April und zwar über das eigene Label „Planet Pristine“.
Konzert zur neuen Platte im „Keller“
Am Samstag präsentieren Pristine im Keller, Geschwister-Scholl-Straße 24, ihre neue CD „Hands up! Hands up!“ (ab 27. April in den Läden). „Wir wollen alle 13 Songs vom Album spielen“, kündigt Gitarristin Maren an. „Das ist etwas besonderes, denn eigentlich sind wir für kurze Sets von 30 Minuten bekannt.“ Seit fünf Jahren hatte die Band im Keller keinen Auftritt mehr – aber diesmal haben die vier Mädels sogar eine Vorgruppe: „Ghost of Tom Joad“ reisen extra aus Münster an. Einlass ist um 21:30 Uhr, das Konzert beginnt um etwa 22 Uhr. Nach dem Konzert erwartet die Besucher DJ Kevin mit einem Mix aus Alternative, 90ies, Ska und Indie-Musik. Eintritt: 5 Euro.
Von Katrin Schlusen