

Dortmunder Band will zu Rock am Ring – Vier Mädels leben für ihre Musik-Leidenschaft
Bunte Hunde in der Punkrock-Szene
Den Menschen sagen, dass sie etwas aus ihrem Leben machen sollen. So lautet die Botschaft der Dortmunder Girl-Punkband ,Pristine’. Die vier Mädels nehmen sich selbst beim Wort und haben heute in Berlin die große Chance auf einen Auftritt bei ,Rock am Ring’.
Musik ist die große Leidenschaft von Maren (Gitarre), Jules (Schlagzeug), Rebecca (Bass, Gesang) und Jihni (Gesang, Orgel). Alle tragen übrigens den gleichen Nachnamen – wie einst die Ramones.
Die 25-Jährigen machen ebenfalls Punkrock und das seit sieben Jahren – gegen alle Widerstände. „Viele sagen uns, dass Mädels und Punkrock nicht zusammen passen. Aber wir tun, was unser Herz uns sagt – das heißt Musik machen“, sagt Maren Pristine. Passend zu ihrem Motto haben sie sich mit ihrem Song ,Daddy told me’ beim Bit Music Contest beworben – wie über 300 andere Bands auch.
„In diesem Lied wollen wir ‚rüberbringen, dass die Leute ihren Arsch hochkriegen und etwas aus sich machen sollen.“ Die Jury, u.a. die Rockband ,Klee’, fand die knallharte und kompromisslose Nummer gut. Der Lohn: Pristine gehören zu den drei Bands, die sich für einen Gastauftritt beim größten deutschen Musik-Festival Rock am Ring vom 1. bis 3. Juni qualifizieren können. „Das wäre schön was“, sagt Maren. I
m Berliner Club Magnet spielen sie heute vor Publikum und Jury ihr gut einstündiges Konzert. 13 laute, rotzige Songs von ihrem aktuellen Debüt-Album ,Hands Up!’. „Wir wollen einfach ein cooles Konzert spielen und dann schauen wir, ob es reicht.“ Aber so ganz ohne Kribbeln im Bauch dürfte ihr Konzert in der Hauptstadt nicht ablaufen, schließlich besteht die Chance bei Rock am Ring vor Tausenden von Menschen zu spielen. „Sonst sind es zehn bis 300 Leute“, sagt Maren.
Nebenbei können die vier Pristines dort Knaller-Kombos wir ,Linkin Park’, ,Mando Diao’ und ,Smashing Pumpkins’ live erleben. Insbesondere die Pumpkins dürften vor allem Marens Punkrockherz höher schlagen lassen: „ Das waren von Anfang an unsere Vorbilder, das sind die großen Götter. Auch deshalb singen wir auf Englisch.“
In der Männer dominierten Rock-Szene fühlen sich Pristine momentan noch „so ein bisschen wir der bunte Hund, aber die Resonanz auf unserer Homepage und bei unseren Konzerten zeigt uns, dass Girlpunkrock ankommt“, ist Maren selbstbewusst. Das Musikgeschäft als Hauptberuf? „Das wäre natürlich ein absoluter Traum. Aber wir sind bodenständig genug, dass wir nicht um jeden Preis unsere aktuellen Jobs hinschmeißen.“ Jihni ist Musikalienhändlerin, Jules Sozialpädagogin, Rebecca Mediengestalterin und Maren sitzt an ihrer Doktorarbeit in Germanistik. Aber vielleicht klappt´s ja mittelfristig mit einem kleineren Traum: ein eigener Bandbus.
Am kommenden Samstag kann sich Dortmunds Punkrock-Gemeinde in der Disco „Im Keller“ selbst davon überzeugen, wie gut die vier Mädels wirklich sind. Dann feiern sie anlässlich ihres ersten Albums ab 21 Uhr ihre Record Release Party und bürsten den Laden ordentlich durch.
Hintergrund
Eher in der Außenseiterrolle - Pristine sehen sich gegenüber ihren zwei Konkurrenten ,Stromberg’ (Saarbrücken) und ,Ben Jammin’ (Mainz) eher in der Außenseiterrolle: „Die haben bereits mehr Erfahrung und spielen teilweise richtig gut“, sagt Maren. - Alle drei Bands spielen ihre Konzerte jeweils einzeln und an unterschiedlichen Orten. Nach dem letzten Konzert Ende April entscheidet die Jury, wer zum Rock am Ring darf. - Der Bit Music Contest wird an der Biermarke Bit organisiert und soll jungen Musikern die Möglichkeit bieten ihrem Traum von einer Karriere im Musikgeschäft näher zukommen.
Von Gregor Boldt